Gibt es eine Rückkehr zur Kohle?
21.06.2022
Strom
remind.me

Dass ausgerechnet ein grüner Minister den Anteil von Kohle an der Stromgewinnung herauffahren würde, hätte sich sicherlich niemand träumen lassen – und Minister Habeck ganz bestimmt als letzter. Hierzulande schimpfen viele Verbraucher über die Ampelkoalition, dabei muss sie mitunter nur die Fehler der Vergangenheit ausbaden, die sie gar nicht zu verantworten haben.
Die vorherige Regierung führte das Land offenen Auges immer tiefer in die Energieabhängigkeit von Putins Russland. Mit der Rückkehr zur Kohle müssen die Grünen eine bittere Pille schlucken.
Seit Gazprom die Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 gedrosselt hat, herrscht in der Bundesregierung Alarmstimmung. Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) plant angesichts der verringerten Lieferungen für eine Übergangszeit den verstärkten Einsatz von Kohlekraftwerken. „Das ist bitter, aber es ist in dieser Lage schier notwendig, um den Gasverbrauch zu senken“, so der Politiker.
Der Plan, bei der Stromerzeugung übergangsweise verstärkt auf Kohlekraftwerke zu setzen, sei „klimapolitisch keine leichte Entscheidung“, so Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. „Um den Gasverbrauch bei der Stromerzeugung zu reduzieren, ist das aber notwendig.“
Der Ausstieg aus der Atomkraft, der nach dem AKW-Unfall in Japan zügig beschlossen wurde, rächt sich jetzt auch noch
Dass wir aktuell die AKWs Isar 2, Lingen, Neckarwestheim doch noch bräuchten, beweist sich jetzt, denn deren Stromerzeugung umfasst aktuell sechs Prozent der deutschen Stromversorgung.
Eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten ist nicht so einfach zu machen – dies sagen viele Experten
Immer wieder erteilen Entscheidungsträger aus Sicherheitsgründen (wie das Bundesumweltministerium) oder auch das Wirtschaftsministerium aus Genehmigungsgründen.
Dass es auch praktisch gar nicht so einfach zu realisieren wäre, die AKWs weiter laufen zu lassen oder gar die drei bereits stillgelegten AKWs wieder zu aktivieren, liegt auf der Hand. Denn neue Brennelemente müssten erst einmal beschafft werden. Und jetzt kommt das Fatale: Russland ist einer der Hauptlieferanten. Zudem benötigen Brennelemente viel Vorbereitung und Zeit, bis sie einsatzbereit wären.
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