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Strompreise 2022 – so hoch ist das Netznutzungsentgelt
04.04.2022 Strom remind.me

Strompreise 2022 - so hoch ist das Netznutzungsentgelt
Im Osten Deutschlands sind die Netznutzungsentgelte geringer als im Westen

Die Strompreise befinden sich in Deutschland auf einem solch hohen Stand wie noch nie. Und viele Verbraucher schieben diese Preisexplosion auf die neue Bundesregierung. Aber stimmt das? Und wie setzt sich der Strompreis eigentlich genau zusammen? remind.me klärt auf und beantwortet auch die Frage, was es mit dem Netznutzungsentgelt, das alle Verbraucher zahlen müssen, auf sich hat.

Vorweg: Die Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse sind nach dem Corona bedingten Einbruch drastisch gestiegen, weshalb die Kosten für Stromerzeugung (oder auch den Stromeinkauf) und den Vertrieb der Energie um über 60 Prozent gestiegen sind. Das hat mit der Ampelkoalition nichts zu tun!

Jeder Stromanbieter erhält im Durchschnitt 12,34 Cent für die Kilowattstunde- das sind 35,6% des Strompreises

Das ist auch der Anteil, den Stromanbieter beeinflussen können – bei Preiserhöhungen oder Senkungen. Im Kostenblock Stromerzeugung sind die Bereitstellungskosten für die Energie, der Vertrieb und der Gewinn des Lieferanten enthalten.

Der Strompreis besteht im Wesentlichen aus drei Bestandteilen:

  • Kosten für produzierten Strom, dessen Vertrieb und einer Marge (23,4%)
  • Netzentgelte (35,6%)
  • Steuern, Abgaben und Umlagen (41%)

Leider ist die Zahlung der Netznutzungsentgelte in Deutschland so gestaltet, dass normale Haushaltsstromkunden mit dem Hauptanteil der Kosten belastet werden.

Der Gesamtpreis beinhaltet auch ein Netznutzungsentgelt – was ist das eigentlich genau?

Das Netznutzungsentgelt fällt für die Verteilung des Stroms an. Es sind Entgelte, welche die Stromnetzbetreiber von den Energieversorgungsunternehmen für die Nutzung ihrer Netze zur Durchleitung der Elektrizität erheben.

Haushaltskunden zahlen demnach die Netznutzungsentgelte nicht direkt, sondern über ihren jeweiligen Stromanbieter.

Das Netznutzungsentgelt ist vergleichbar mit einer Mautgebühr auf Autobahnen, die zur Nutzung der Autobahn fällig wird oder mit Briefmarken, die benötigt werden, um einen Brief verschicken zu können.

Je nach Wohnort schwanken die Netznutzungsentgelte deutlich, weshalb die Strompreiszusammensetzung in Deutschland nicht in allen Gebieten einheitlich ist. In Schleswig-Holstein sind diese Entgelte am teuersten; Bremer zahlen am wenigsten.

Grob unterteilt lässt sich sagen, dass die Netzentgelte im ländlichen Raum höher sind als in den Städten; auch sind die Entgelte im Nordosten deutlich höher als in Westdeutschland.

Eine bundesweite Angleichung der Netzentgelte bis 2023 wurde im Netzentgeltmodernisierungsgesetz beschlossen und ist bereits schrittweise umgesetzt. 2022 wird der bundeseinheitliche Teil bereits 80 Prozent ausmachen.


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