Wer profitiert von den Entlastungspaketen am meisten?
13.04.2022
Strom
remind.me

Die von der Bundesregierung angekündigten Energie-Entlastungspakete mit einem Gesamtvolumen von rund 30 Milliarden Euro werden nach einer aktuellen Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bei vielen Erwerbstätigen-Haushalten einen beträchtlichen Teil der Mehrausgaben durch die explodierenden Energiekosten ausgleichen.
SPD, Grüne und FDP hatten Ende Februar ein Entlastungspaket vorgestellt, das Erhöhungen von Arbeitnehmerpauschbetrag und Grundfreibetrag, Abschaffung der EEG-Umlagen und weitere kleinere Entlastungen enthält.
Im März folgte dann das zweite Entlastungspaket, das eine Energiepreispauschale, eine Senkung der Energiesteuer und einen Zuschuss für Kinder und Sozialhilfeempfänger beinhaltete.
“Die Entlastungen sind insofern sozial ausgewogen, als dass insbesondere bei Haushalten mit geringen und mittleren Einkommen und speziell bei Familien ein besonders hoher Anteil der Mehrausgaben für Energie ausgeglichen wird“, berichteten die Forscher.
“Gleichwohl bleibt bei etlichen Haushalten eine spürbare Lücke”, erklärte das Institut der Hans-Böckler-Stiftung.
Vor allem Haushalte, die ein mittleres oder geringes Einkommen aufweisen, profitieren von den Entlastungspaketen
Eine Familie mit zwei erwerbstätigen Erwachsenen, zwei Kindern und einem niedrigen Einkommen zwischen 2000 und 2600 Euro könne bei den Energiekosten beispielsweise um 90 Prozent entlastet werden. Bei einem mittleren Einkommen von 3600 bis 5000 Euro betrage die Entlastung 77 Prozent.
Deutlich geringer fällt die Entlastung demnach aus, wenn nur ein Familienmitglied erwerbstätig ist
Bei einem Einkommen von 2600 bis 3600 Euro belaufe sich die Entlastung auf 59 Prozent, Alleinerziehende mit einem Einkommen von 2000 bis 2600 Euro würden um 70 Prozent entlastet. Grund für die geringere Entlastung sei, dass die Energiepreispauschale nur an Erwerbstätige ausgezahlt werde. Familien mit nur einem Erwerbstätigen würden deshalb weniger stark entlastet.
Rentner müssen laut der Studie einen Großteil der Mehrkosten alleine tragen. Auch sie profitierten zwar von Maßnahmen wie der Abschaffung der EEG-Umlage oder den niedrigeren Spritpreisen. Diese seien aber im Vergleich zu den Entlastungen durch Pauschalzahlungen und Einkommenssteueränderungen eher gering, ein alleinstehender Mensch im Ruhestand mit einem Einkommen von unter 900 Euro werde somit um lediglich neun Prozent entlastet.
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